Pressestimmen und Rezensionen

 

Am 1.7.2015 sprach Guido Korzonnek im Deutschlandradio Kultur über den Autor Muhammed Said Abdulla und dessen Figur Bwana Msa.

Zum Nachhören hier der Link zur Sendung:

http://www.deutschlandradiokultur.de/sansibar-wie-sherlock-holmes-zu-bwana-msa-wurde.2156.de.html?dram:article_id=324181

 

Pressemitteilungen zum Aufenthalt Father Anselmos in Deutschland

 

Aus: Tansania-News 1-2015 des Freundeskreis Bagamoyo e.V.

Nach Säureattentat in Sansibar sechs Monate in Soest (NRW) behandelt: Pater Anselmo fliegt zurück nach Sansibar


Pater Anselmo (Sansibar) wurde am 13.9.2013 Opfer eines Säureanschlags. Durch eine einzigartige Unterstützungs- und Spendenaktion - ausgelöst durch einen Spendenaufruf des Berliner Kalamu Verlags - konnte ein Krankentransport nach Deutschland und eine sechsmonatige Intensivbehandlung im Klinikum der Stadt Soest organisiert und finanziert werden.

In sieben plastischen Eingriffen wurden große Erfolge erzielt. Auch wenn das Gesicht des Paters nie wieder das alte sein wird, sind die Entstellungen merklich gemildert, die Funktionsfähigkeit der Augenlider hergestellt, erhebliche Verbesserungen seiner eingeschränkten Beweglichkeit des rechten Armes erreicht. Dazu wurden seine Augen behandelt, deren Hornhaut ebenfalls von der Säure angegriffen war. Selbst eine Zahnbehandlung mit Implantaten konnte kostenlos für ihn organisiert werden. Während der Behandlung wurde Pater Anselmo von der Pfarrgemeinde St. Maria in Welver sehr herzlich betreut.


Am 22.3. erfolgte die offizielle Verabschiedung des Paters aus der Kirchengemeinde, am 13.4. wird er zurück nach Sansibar reisen. Im Januar 2015 wurde Pater Anselmo von Papst Franziskus zu einer Privataudienz eingeladen.

Weitere Infos (Homepage des Kalamu-Verlags mit Infos auch über die Möglichkeit, Pater Anselmo in seiner Gemeindearbeit auf Sansibar aktiv zu unterstützen)

„Wenn ich heute in den Spiegel schaue, erkenne ich, dass ich ein anderer Mensch geworden bin“

 

 

Rezensionen der Bwana-Msa-Hörbücher:



Bwana Msa hat auch in den Medien sein Echo gefunden. 
Für Interessierte haben wir eine Zusammenstellung angefertigt. 
 
 
Hier die Artikel in chronologischer Reihenfolge:


 

'Leipziger Volkszeitung' vom 29.04.2010, 'Dresdner Neueste Nachrichten' vom 10.5.2010:

 Muhammed Said Abdulla

Kopflos im Geisterwald

 

Bwana Ali ist schon ein merkwürdiger Kauz. Er besitzt Vieh, Land, Häuser – doch Gästen tischt er nur Dampfbrot auf. Er hat das begehrteste Mädchen von Sansibar geheiratet, opfert aber nicht mal eine Kuh, um die Dämonen zu besänftigen, die seine Frau oft plagen. Nun liegt der Geizhals steif und kalt mitten im Geisterwald der Ahnen, einem finsteren Dickicht, das er aus Angst vor Schlangen und körperlosen Schatten nie zuvor durchquert hatte. Was hat ihn nun dorthin getrieben? Und wieso hat Bwana Ali im Nachbardorf Baraste buchstäblich den Kopf verloren?

Glück im Unglück, dass gerade Detektiv Bwana Msa im Ort weilt. Dieser schwarze Sherlock Holmes, der ständig in dem Buch ‚Die Kehrseite der Dinge’ liest, glaubt nicht an mordlüsterne Ahnengeister. Er folgt höchst irdischen Spuren – einer zerknüllten Quittung, einem gestohlenen Schwert, einer toten Schlange -, gräbt tief in der Vergangenheit der Verdächtigen, aber auch des Opfers, und kann so schon bald den verworrenen Fall lösen.

‚Der Geisterwald der Ahnen’ ist der erste von insgesamt sechs Bwana-Msa-Krimis des sansibarischen Autors Muhammed Said Abdulla (1918-1991). Dessen Stärke liegt in der Verquickung mysteriöser Ereignisse, wechselvoller Biografien und skurriler Charaktere, vor allem aber im meisterhaften Spiel mit allen Facetten der Landessprache Swahili. Weshalb Guido Korzonnek, der die Geschichte um Gier, Rachedurst und Geisterglauben erstmals ins Deutsche übersetzt hat, daraus ein Hörbuch gemacht hat – und eine faszinierende Reise durch Sansibar weitab von ausgetretenen Touristen pfaden obendrein.

Swetlana Ritscher

 


 

'Cellesche Zeitung' vom 10. Mai 2010:

Afrika-Krimi als Hörbuch vertont

Guido Korzonnek hat mit „Der Geisterwald der Ahnen“ ein ungewöhnliches Hörbuch veröffentlicht.Der Afrikanist hat darin den von ihm übersetzen ersten Bwana-Msa-Krimi von Muhammed Said Abdulla vertont.(...)

Interessant sind die Abenteuer des pfeiferauchenden, blitzschnell kombinierenden Detektivs nicht nur wegen der Fälle an sich. Auch der Set, der sehr an Sherlock Holmes erinnert, ist nicht das einzige verlockende Element. (...) Der Hörer lernt auch Facetten der Insel Sansibar wie der afrikanischen Kultur kennen, wie sie nur ein einheimischer Autor überzeugend darzustellen vermag.

„Ich moduliere meine Lesestimme, um den unterschiedlichen Charakteren eigenes Flair einzuhauchen. Zwischen den Kapiteln tragen von mir auf dem Daumenklavier eingespielte Musikstücke zum Aufbau des Spannungsbogens bei. Anstelle des ‚weißen’ Blicks auf Afrika wird es Zeit, den Blick der Menschen dort wahrzunehmen“, sagt Korzonnek. Von jedem verkauften Exemplar geht ein Euro als Spende für Waisenkinder nach Sansibar.

 

 


 

'Berliner Zeitung' vom 8. Juli 2010:

 Mord auf Swahili

Mit „Der Geisterwald der Ahnen“ liegt erstmals ein Krimi des sansibarischen Schriftstellers Muhammed Said Abdulla in deutscher Übersetzung vor

 

Die Menschen in Sansibar haben Respekt vor dem Dickicht. Niemand dringt freiwillig in diesen „Geisterwald der Ahnen“ vor. Dort soll es vor Schlangen wimmeln – und dort findet man den kauzigen Bwana Ali leichenstarr auf. Die Einheimischen glauben, dass sich die Schatten der Toten an ihm gerächt haben. Vielleicht hätte der reiche Gutsbesitzer bei seiner Hochzeit nicht am Opfertier sparen sollen? Mit einer Kuh hätte er die Dämonen sicher besänftigt.

Einer jedoch zweifelt an diesen Erklärungsversuchen. Es ist der stets Pfeife schmauchende und zum Philosophieren neigende Detektiv Bwana Msa. Mordlüstern waren in seinen

Augen keineswegs überirdische Geister, sondern gewöhnliche rachsüchtige Menschen. Msa als „schwarzen Sherlock Holmes“ zu titulieren, mag werbetechnische Zwecke erfüllen, tatsächlich aber hat die Figur genug eigenes Format.

Erfunden hat ihn der 1918 in Sansibar geborene Muhammed Said Abdulla. Der ehemalige Inspektor der kolonialen Gesundheitsbehörde und Journalist fand erst im fortgeschrittenen Alter zur Literatur. In seiner Muttersprache Swahili. Heute nicht nur Amtssprache in Tansania, sondern auch in Uganda, Kenia und im Kongo, sind Muhammed Said Abdullas Romane in seiner Heimat populäre Schullektüren. In seinen Büchern spiegeln sich die politisch wechselhaften Zeiten der Heimat, die sich der Diskrepanz westlicher Einflüsse stellen muss. Dass nun erstmals ein Werk eines Schriftstellers des 1890 von den Briten annektierten ehemaligen Sultanats in deutscher Übersetzung vorliegt, ist Guido Korzonnek zu verdanken. Der Reiseleiter hat „Der Geisterwald der Ahnen“ nicht nur übersetzt, sondern auch als Hörbuch eingesprochen und verlegt.

 

Axel Schock

 


Lesung des Verlegers und Übersetzers Guido Korzonnek am Mi (14.7.), 20 Uhr, Literaturhaus, Fasanenstr. 23 


 

'Bild am Sonntag', 22.8.2010:

In eine Welt voller Magie und rätselhafter Ereignisse führt das Hörbuch "Der Geisterwald der Ahnen" (Kalamu): Es spielt in Sansibar, wo der Pfeife rauchende Detektiv Bwana Msa in drei spannenden Hörspielstunden einen Mord aufklärt. Zum ersten Mal wurde damit einer der sechs Krimis des sansibarischen Autors Muhammed Said Abdulla ins Deutsche übersetzt. Auf weiteres Hörfutter kann man sich jetzt schon freuen.

 

 


 

'die tageszeitung' vom 27./28. November 2010:

Mord auf Sansibar

Detektiv Bwana Msa macht Ferien auf dem Lande. Gemeinsam mit Najum besucht er seinen Freund Ahmed in Baraste. Als Ahmeds Vater Bwana Ali verschwindet, macht sich Bwana Msa an die Ermittlungen. Bwana Ali, ein Geizkragen von legendärem Ruf, war von einer Geschäftsreise nicht zurückgekehrt. Seine Frau Kipwerere ist eine Shirazi, eine hellhäutige Schwarze, schwermütig und von bösen Geistern besessen. Eine Axt soll Abhilfe schaffen.

Mit Ironie erzählt Autor Muhammed Said Abdulla von merkwürdigen Vorkommnissen auf der vor Tansania liegenden Insel Sansibar. Detektiv Bwana Msa respektiert die alten Riten, Vorurteile aber nicht. Im Zentrum der Ermittlungen steht der Geisterwald der Ahnen, ein dunkles, undurchdringliches Dickicht. Die Ermittler werden von Affen niedergetrampelt, in einer Tasche findet sich ein Zettel mit arabischen Schriftzeichen.

 

 


 

‚iz3w’ Ausgabe Januar/Februar 2011:

Detektiv mit Pfeife

Eine faszinierende Krimireihe aus Sansibar kommt endlich nach Deutschland

Von Ulrike Mattern

 

Es gibt einen neuen Detektiv auf dem deutschsprachigen Hörbuchmarkt.
Er stammt aus Sansibar, nuckelt gedankenverloren an seiner qualmenden Pfeife
und löst mit seiner unglaublichen Kombinationsgabe rätselhafte Ereignisse wie im Schlaf.
Der sympathisch-verschrobene Bwana Msa ermittelt in insgesamt sechs Episoden,
die der sansibarische Schriftsteller Muhammed Said Abdulla bis 1984 in loser Folge veröffentlichte.

In Abdullas Romandebüt „Der Geisterwald der Ahnen“ stellt der junge Afrikaner Msa mit Geschick Indizien auf den Kopf und verbindet gewieft „grundlegende Dinge, die aus früheren Tagen wieder hochkochen“. 1959 wurde der Krimi bei einem Literaturwettbewerb ausgezeichnet und 1960 als Buch veröffentlicht. Neben seiner berühmten Detektivserie, die auf Sansibar Schullektüre, im Handel jedoch nur antiquarisch erhältlich ist, hat Abdulla zahlreiche Essays, Kurzgeschichten und 1975 auch einen Roman publiziert, in dem Bwana Msa ausnahmsweise keine Rolle spielt. Muhammed Said Abdulla wurde 1918 geboren, arbeitete zehn Jahre in einer Gesundheitsbehörde, bevor er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1968 als Redakteur bei diversen Zeitungen tätig war. Sein Leben war nicht leicht: Während der Revolution auf Sansibar 1964, bei der die schwarze Mehrheit gegen die arabischstämmige Elite aufbegehrte, wurden seine Frau und seine beiden Töchter erschlagen. Der einzige Sohn überlebte durch Zufall. 1991 starb der Schriftsteller, der alle seine Bücher auf Swahili verfasst hatte.

In Ost- und Zentralafrika sprechen über 60 Millionen Menschen die Lingua Franca Afrikas, die auf dem Kontinent eine ähnliche Verbreitung hat wie das Englische in Westeuropa. Im Zuge der politischen Unabhängigkeitsbewegung und nach der Revolution wurde die Etablierung der Sprache von staatlicher Seite besonders in der Literatur gefördert, um sich von kolonialer Unterdrückung zu lösen und eine eigene gesellschaftliche Identitätsowie nationale Einheit zu gestalten. Abdulla schuf einen Detektivroman, für den es in der Swahili-Literatur kein Vorbild gab, und gilt daher (generell) als Gründer des modernen Swahili-Romans.

Dass die Bwana-Msa-Reihe jetzt ein deutsches Publikum auf dem Hörbuchmarkt erreicht, verdankt sie Guido Korzonnek, der den Kalamu-Verlag in Berlin ins Leben rief. Korzonnek hat als Übersetzer der Romane ins Deutsche die Textfassung prononciert, aber zum Glück nicht allzu geschmeidig als Hörbucheingelesen. Mit einem ostafrikanischen Daumenklavier sorgt erfür eine stimmungsvolle Atmosphäre zwischen den Kapiteln. Fast so spannend wie die Geschichten des sansibarischen Autors und seines Alter Ego Bwana Msa ist die Annäherung Korzonneks an dessen Werk. Der heute 40-Jährige fuhr 1991 das erste Mal nach Afrika, seinerseits geprägt von einer Schullektüre, Alfred Anderschs „Sansibar oder der letzte Grund“, und besuchte dabei die „Gewürzinsel“ Sansibar. Danach entschied er sich für ein Studium der Altamerikanistik, Afrikanistik und Ethnologie in Hamburg, lernte ab 1993 Swahili vor Ort in Sansibar, vertiefte seine Sprach-und Literaturkenntnisse an der Universität Neapel und reiste seither über 20 Mal nach Afrika.

Der erste Krimi mit Bwana Msa - ein schmales Bändchen, das er bei unserer Begegnung in Berlin neben einer Pfeife Abdullas aus der Tasche zieht - fiel Korzonnek in einer Buchhandlung in Tanga, der Hafenstadt Tansanias, zufällig in die Hände. Die restlichen Hefte entdeckte er in einem Bookshop in der Hauptstadt Sansibars. Was fand er an ihnen so spannend? „Ich bin selbst Pfeifenraucher, und mir gefiel das retardierende Moment dieses Features bei Bwana Msa“, erzählt er. „Außerdem ist es gute Literatur, zufällig ein Krimi, mit einem Sinn für Humor. Die Sprechweise der Figuren ist den Charakteren angepasst – Afrikanern, Arabern, Indern, gebildeten Sansibari oder einfachen Leuten vom Land. Die Topoi werden sorgfältig ausgearbeitet. Immer schimmern afrikanische Traditionen durch, mit Heilkunst und Magie. Aber auch westliche Einflüsse sind zu spüren: Muhammed Said Abdulla hat mit Sicherheit seinen Sherlock Holmes und seine Miss Marple gelesen. Besonders habe ihn "die Sicht eines Insiders auf die multikulturelle Gesellschaft mit historischem Ballast“ interessiert. Nachdem Guido Korzonnek 2001 begonnen hatte, den ersten Krimi aus der Reihe zu übersetzen, gelangte er auf verschlungenen Wegen über zahlreiche Kontakte an eine Schwester Abdullas. Er bekam die deutschen Rechte anden Büchern – und nebenbe eine Pfeife, die angeblich von dem Schriftsteller stammt. Ähnlich wie in der Erzählung „Der Geisterwald der Ahnen“ sind die Verwandtschaftsverhältnisse in diesem Fall schwer durchschaubar, aber mit dem Ergebnis ist Korzonnek zufrieden: Er kann in seinem Verlag Kalamu – was auf Swahili „Stift“ bedeutet – den in Sansibar in Vergessenheit geratenen und bei uns unbekannten Autor einem deutschsprachigen Publikum vorstellen. Anfang 2011 soll mit „Der Brunnen von Giningi“ das zweite Hörbuch erscheinen.

Anmerkung:

1) Ein Erfahrungsbericht von Korzonnek über die Produktion des Hörbuchs ist anzuhören unter:www.zmo.de/veranstaltungen/2010/Baraza_Events/BarazaEvents_2010.html

 

 



'Tansania-News
2, 2011' ('Freundeskreis Bagamoyo e.V.'):

Der erste Bwana-Msa-Krimi als spannendes Hörbuch:

"Der Geisterwald der Ahnen"

Lange, viel zu lange haben Tansaniafreunde darauf gewartet, dass endlich
wieder einmal der Roman eines tansanischen Autors aus Kisuaheli in Deutsch
übersetzt wird. Dem Berliner Afrikanisten, Reiseleiter und Übersetzer Guido
Korzonnek ist es zu verdanken, dass der erste von insgesamt sechs Bwana-Msa
-Krimis des sansibarischen Schriftstellers Muhammed Said Abdulla in einer
herausragenden deutschsprachigen Hörbuchfassung erschienen ist.


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'MARE' No. 94, Oktober/November 2012:

Der Sherlock Holmes von Sansibar

In Ostafrika gehören die Abenteuer des Detektivs Bwana Msa zur Schullektüre, 

als Hörbücher erscheinen sie erstmals auf Deutsch

 

BWANA MSA RAUCHT PFEIFE UND ist ein ausgezeichneter Beobachter. Ansonsten hat er wenig mit europäischen Kriminalhelden gemein. In Ostafrika jedoch kennt ihn jedes Kind. Bereits in den 1960er Jahren erschuf der Autor Muhammed Said Abdulla seinen schrulligen Detektiv, der auf Sansibar lebt und mit unkonventionellen Methoden die Verbrechen auf der Gewürzinsel aufklärt. Schon damals war der Schnüffler eine kleine Sensation. Immerhin hatte es zuvor weder etablierte Unterhaltungsliteratur, geschweige denn einen Romandetektiv im Swahilisprachraum gegeben. Bald wurde Bwana Msa auch in Ländern wie Kenia, Uganda oder Ruanda bekannt. Und heute zählen die Abenteuer des Inseldetektivs zur Pflichtlektüre in ostafrikanischen Schulen.

Von diesen Abenteuern vor exotischer Kulisse ist nun endlich auch in Deutschland zu hören. 40 Jahre nach Erscheinen des ersten Bandes hat der Berliner Afrikanist Guido Korzonnek die Geschichten um Bwana Msa ins Deutsche übersetzt. Dafür hat er nicht nur einen Verlag gegründet, sondern die dort erschienenen Hörbücher auch gleich selbst besprochen. Gerade ist nach dem "Geisterwald der Ahnen" ein weiterer Band vertont worden, der preisgekrönte "Brunnen von Giningi".

Für seinen zweiten Fall wird Bwana Msa in das verschlafene Dorf Giningi beordert. Eine Ansammlung bunter Häuser am Meer, wo sich Frauen mit Krügen auf dem Kopf und Kindern auf dem Rücken Zum Wasserschöpfen treffen. Zunächst fühlt sich sein Aufenthalt wie Urlaub an, doch schon bald schlägt die Stimmung um.

(...)

Muhammed Said Abdulla gilt seit dem Erscheinen seiner Krimireihe als Vater der populären Swaililiteratur. Mit Bwana Msa hat der 1918 geborene eine Romanfigur geschaffen, die für die Umbrüche seiner Zeit steht. Zwar bleibt die Krimihandlung zentrales Element der Geschichten. Doch übt der Autor gleichzeitig leise Kritik an den Zuständen auf seiner Heimatinsel. Beiläufig erzählt er davon, wie dort auch nach der Unabhängigkeit und Modernisierung Tansanias der traditionelle Glaube der einfachen Leute ausgenutzt wird. Wie Kriminelle sich diesen Aberglauben zunutze machen. Und davon, dass der Graben zwischen im Westen ausgebildeten Intellektuellen und Landsleuten ohne entsprechende Bildung immer tiefer wird. Mit Witz und Leichtigkeit vermittelt er so die Konflikte und Probleme einer Gesellschaft, in der ganze Dorfgemeinden zwischen Tradition und Moderne feststecken.

Leser, die an die rasante Dramaturgie moderner Krimis gewöhnt sind, mögen die detaillierten Vergleiche zwischen Landbevölkerung und weltgewandtem Detektiv mitunter altmodisch finden. Doch sie zeichnen ein präzises Bild der damaligen Verhältnisse. Der 1991 verstorbene Muhammed Said Abdulla entwirft ein Szenario, in dem die Widersprüche im gerade unabhängig gewordenen Tansania so verhandelt werden, wie die Menschen sie in den 1960er Jahren erlebt haben könnten. Mit einer gehörigen Portion Skepsis gegenüber den Fortschrittsgedanken der ehemaligen Kolonialherren. Und einem aufkeimenden Bewusstsein dafür, dass mit der neuen Freiheit auch eingestaubte Traditionen hinterfragt werden müssen.

So erfährt man im "Brunnen von Giningi" einiges über das Gesellschaftliche Leben auf der Insel. Und die Landschaftsbeschreibungen sind so poetisch, dass man Lust bekommt, sich die nächste Folge vor authentischer Kulisse anzuhören - direkt am Indischen Ozean.

 

Elisabeth Wellershaus

 

 


 

 

Bwana Msa im Radio!

 

Am 08.08.2010 wurde 'Der Geisterwald der Ahnen' in der SWR 2 - Hörfunksendung Forum Buch vorgestellt. 

Dabei fand die im Hörbuch verwendete Originalmusik, gespielt auf dem afrikanischen Daumenklavier, in der 

Gestaltung der gesamten Sendung Verwendung. Hier der Link zum Podcast der Sendung, der leider diese 

Originalmusikstücke nicht enthält: 

http://www.podcast.de/episode/1750130/SWR2%2BForum%2BBuch%253A%2BMit%2Bneuen%2BB%25C3%25BCchern%2Bvon%253A%2BHenning%2BMankell%252C%2BAnnika%2BScheffel%252C%2BJean-Christophe%2BRufin%252C%2BMuhammed%2BSaid%2BAbdulla%252C%2BRachida%2BLamrabet%252C%2BJuri%2BAndruchowytsch

oder hier: http://podster.de/episode/1522439

 
 
Am Ostersonntag, den 08.04.2012, wurde \Der Brunnen von Giningi' im Hörfunk
präsentiert, und zwar erneut in der Sendung Forum Buch des SWR 2, ab 17:05 Uhr.
 
Die Sendung ist über die Homepage des SWR zu hören:

http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/buchkritik/-/id=658730/nid=658730/did=9348406/1pthytr/index.html